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10. April 2018

 

9. Mai – 73. Jahrestag des Sieges: Wer nicht feiert, hat verloren!     
 
„Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!“ lautete der Schwur der Überlebenden am 8./9. Mai 1945 in Europa und in der Welt. Es war der Tag der Befreiung vom nazistischen Joch, der Tag des Sieges über den deutschen Faschismus. Für Millionen Menschen, Opfer der nazistischen Diktatur kam dieser Tag zu spät; für Jüd*innen , Sinti und Roma, Homosexuelle und Zwangsarbeiter*innen. Zu spät aber auch für Kommunist*innen, Sozialdemokrat*innen, Gewerkschafter*innen, Christ*innen und viele politisch antifaschistisch Denkende und Handelnde. Sie und hunderttausende alliierter Soldat*innen, Partisan*innen, Widerstandskämpfer*innen in vielen Ländern mussten für den Sieg und die Befreiung ihr Leben geben, Viele, aber dennoch viel zu wenige Menschen haben Widerstand geleistet. Dabei muss der Beitrag der Sowjetunion bei der Zerschlagung des Faschismus an der Ostfront hervorgehoben werden. Soldat*innen der Roten Armee zertrümmert 506 deutsche Divisionen sowie 100 Divisionen von Hitler-Verbündeten. Bei den Kämpfen in West-Europa, Nord-Afrika und Italien wurden dagegen insgesamt 176 deutsche Divisionen zerstört. D
 
Auch in diesem Jahr wollen wir uns am Tag des Sieges über den deutschen Faschismus bei allen antifaschistischen Kämpfer*innen bedanken, die einen Beitrag zur Zerschlagung Nazideutschlands geleistet haben. In Erinnerung und Gedenken an sie wollen wir am 9. Mai mit vielen Gästen im Treptower Park, unweit des Sowjetischen Ehrenmals, feiern. Auch im neunten Jahr organisieren wir des¬halb ehrenamtlich unser nicht-kommerzielles Fest zum Tag des Sieges und feiern, essen und trinken zusammen mit den Veteran*innen, zahlreichen Gästen, Musiker*innen und Freund*innen. Der deutsche Antifaschist, Exilant und Veteran der Roten Armee Stefan Doernberg war einer von ihnen. Er brachte es einst in seiner Rede auf unserem Fest zum 9. Mai auf den Punkt:
 

Die Rote Armee rettete die Zivilisation.
 

In Erinnerung und Gedenken an sie und alle anderen Kämpfer*innen gegen den Faschismus wollen wir am 9. Mai mit vielen Gästen im Trep¬tower Park, unweit des Sowjetischen Ehrenmals, feiern.
 
In diesem Jahr ist der Jahrestag zugleich der 75. Jahrestag des Endes der Schlacht von Stalingrad, die am 17. Juni 1942 begann und am 2. Februar 1943 mit der Niederlage der Wehrmacht endete. Die Schlacht von Stalingrad ist eine der wichtigsten Ereignisse des Zweiten Weltkriegs und zusammen mit der Schlacht am Kursker Bogen der Wendepunkt im Kampf um die Befreiung Europas vom Faschismus. Die siegreiche Schlacht um Stalingrad lieferte nicht nur zahlreiche Impulse für den Widerstand antifaschistischer Kräfte in Partisaneneinheiten auf dem Gebiet der Sowjetunion, sondern führte auch zum Erstarken des Widerstandes in Konzentrationslagern wie Buchenwald und von Partisan*innen im gesamten besetzten Europa. Besonderen Stellenwert hatte die Schlacht für den jüdischen Widerstand im Warschauer Ghetto, die Aufstände in den Vernichtungslagern Treblinka und Sobibór sowie Antifaschist*innen in Bulgarien. Die Aufstände im Warschauer Ghetto am 19. April 1943 und in den Vernichtungslagern Treblinka am 2. August 1943 und in Sobibór am 14. Oktober 1943 führten zu einer zunehmenden Angst der Nazis vor einem erstarkenden jüdischen Widerstand. Die Nazis verschärften daraufhin ihre systematischen Massenmordaktionen. Eine davon war die sog. Aktion Erntefest. Dabei wurden am 3. November 1943 über 40.000 Jüd*innen ermordet.
 
Den großen Sieg der Soldat*innen der Roten Armee in der Schlacht von Stalingrad als Ausgangspunkt und Impuls für die Zerschlagung Nazideutschlands und die darauffolgende Befreiung von Berlin durch sowjetische und polnische Truppen würdigen wir in diesem Jahr besonders. Ihnen und all jenen, die zusammen mit der Roten Armee an der Befreiung vom Faschismus und dem Sieg über Nazideutschland beitrugen, gilt unser Dank!
 
Seit Jahrzehnten kämpfen Überlebende der Shoah und des Porajmos um Ghetto-Renten. Inzwischen wird zwar die Beschäftigung im Ghetto endlich anerkannt, zugleich schließen aber andere Voraussetzungen die Auszahlung der Rente wieder aus. Dies betrifft insbesondere Roma-Kinder, die noch vor Vollendung ihres 14. Lebensjahres in Ghettos beschäftigt wurden. Wir unterstützen deshalb die Kampagne der Initiative Ghetto-Renten Gerechtigkeit Jetzt! zusammen mit der Berliner VVN-BdA, den Jüdischen Gemeinden und dem Roma-Verband aus Polen zur vollständigen rentenrechtlichen Lösung zugunsten der Betroffenen.
 
Der Kampf um den Frieden ist auch 73 Jahre nach der militärischen Zerschlagung des deutschen Faschismus durch die Armeen der Anti-Hitlerkoalition, die antifaschistischen Widerstandskämpfer*innen und Partisan*innen unsere tägliche Aufgabe. 73 Jahre nach der militärischen Zerschlagung des deutschen Faschismus existieren immer noch antiziganistische Einstellungen, die neben neo¬faschistischen, antisemitischen, rassistischen und nationalistischen Gedankengut ernsthaft ein fried¬liches Zusammenleben aller Menschen gefähr¬den. Der Kampf gegen den Faschismus wurde von Menschen unabhängig ihres Herkommens und ihrer Herkunft geführt.
 

Solidarität statt Nationalismus!
 

 
Neonazis und Nationalist*innen, wie die AfD, Pegida oder die NPD, nutzen die sogenannten Krisen, um Stimmung zu machen. Sie setzen auf Ängste. Die „Soziale Frage“ wird völkisch be¬stimmt und dann reaktionär beantwortet. Es geht dabei nicht um Lösungsansätze gegen die eigent¬liche Ursache dieser Krisen – den Kapitalismus.
 
Rassismus, Antisemitismus, Chauvinismus und andere Ideologien der Ungleichwertigkeit prägen das Feindbild und damit den Nährboden für rassistische und neofaschistische Gewalt.
 
Wir erklären uns mit allen davon betroffen solidarisch und unterstützen den Kampf gegen Abschiebungen und für ein Bleiberecht:
 

Gleiche Rechte für alle! Kein Mensch ist illegal!
 

 
Neben Informations- und Bücherständen, russischer Küche wird es ein deutsch/russisches Kulturprogramm mit der Musikgruppe Impuls, „Weg zum Frieden und Kinderchor aus Chemnitz (Integra e.V.), Trio Scho? (Russischer Swing), Zhetva (Balkanbeats, Gipsy, Russian Folk) und 44 Leningrad (Russioan Speedfolk, Punk, Ska) sowie Zeitzeugen geben.
 
Kommt am 9. Mai 2018 ab 14 Uhr! Kostenfrei!

 
AM SÜDLICHEN EINGANG ZUM SOWJETISCHEN EHRENMAL
Herkommerstraße/Am Treptower Park 34-35
 
unweit des sowjetischen Ehrenmals
gegenüber der Botschaft der Republik Belarus

 

Hitler kaputt! Wer nicht feiert, hat verloren!
 

 
Basisorganisation (BO) 8.Mai der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)  
 
Antifaschistische Initiative Moabit (AIM)  
 
Autonome Antifa Berlin (A2B)
 
Interventionistische Linke Berlin
 
Stadtteilladen Zielona Gora e.V.