
{"id":89,"date":"2016-04-14T16:20:31","date_gmt":"2016-04-14T14:20:31","guid":{"rendered":"http:\/\/neuntermai.vvn-bda.de\/?page_id=89"},"modified":"2020-04-30T14:25:44","modified_gmt":"2020-04-30T12:25:44","slug":"der-8-und-der-9-mai-1945","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/neuntermai.vvn-bda.de\/pl\/der-8-und-der-9-mai-1945\/","title":{"rendered":"8 i 9 maja 1945"},"content":{"rendered":"<p>Bedingungslose Kapitulation Nazideutschlands, Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus und Tag des Sieges<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Als in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst Vertreter des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht vor den Vertretern der Streitkr\u00e4fte der Anti-Hitler-Koalition die offizielle Urkunde \u00fcber die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet hatten, war ein verbrecherisches System zerschlagen worden, dessen Weltherrschaftspl\u00e4ne, Herrschaftspraxis und Rassenwahn die menschliche Zivilisation generell in Frage gestellt hatten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Bilanz des Zweiten Weltkrieges ist eine Bilanz des Schreckens. Mehr als 60 Millionen Menschen starben bei Kampfhandlungen, durch Repressalien, Massenvernichtungsaktionen und Kriegseinwirkungen. Von den 18 Millionen Menschen, die das Naziregime in Konzentrationslager verbrachte, wurden elf Millionen ermordet oder durch Arbeit vernichtet. Unfassbar der industrielle Massenmord an sechs Millionen europ\u00e4ischer J\u00fcdinnen und Juden, die \u2013 wie auch Sinti und Roma \u2013 dem Rassengenozid zum Opfer fielen. In Deutschland mussten fast acht Millionen und in Japan \u00fcber zwei Millionen Menschen aus den eroberten L\u00e4ndern Zwangsarbeit leisten. Mit \u00fcber 27 Millionen Menschen hatte die Sowjetunion die mit Abstand gr\u00f6\u00dften Verluste zu beklagen. China zahlte mit 15 Millionen, Polen mit sechs Millionen, Jugoslawien mit 1,7 Millionen, Frankreich mit etwa 800.000, die USA und Gro\u00dfbritannien mit jeweils 400.000 und Italien mit 300.000 Toten ebenfalls einen hohen Blutzoll. Der Sieg \u00fcber den deutschen Faschismus und die Befreiung Europas bleiben eine Leistung aller Verb\u00fcndeten in der Anti-Hitler-Koalition. Nur in einer gemeinsamen Anstrengung konnte die menschliche Zivilisation vor einem Terrorregime gerettet werden, das vor keinem Verbrechen zur\u00fcckschreckte. Die Bedrohung f\u00fchrte Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung und Menschen unterschiedlichster Weltanschauung und politischer Orientierung zusammen. Die Lieferungen von Waren, Waffen und Ausr\u00fcstungen halfen der Sowjetunion, dem Druck des hochger\u00fcsteten Aggressors standzuhalten. Die lang erwartete und hinausgez\u00f6gerte zweite Front verk\u00fcrzte die letzte Phase des Krieges in Europa erheblich. An der Seite der Streitkr\u00e4fte der Anti-Hitler-Koalition k\u00e4mpften Partisanen_innen und Widerstandsk\u00e4mpfer_innen in allen okkupierten Gebieten f\u00fcr die Freiheit ihrer L\u00e4nder. Deutsche Antifaschist_innen reihten sich ebenfalls in die Armeen der Anti-Hitler-Koalition und in die Partisanen- und Widerstandsgruppen ein. Nicht vergessen werden d\u00fcrfen die mutigen Frauen und M\u00e4nner, die aus den unterschiedlichsten Motiven unter st\u00e4ndiger Lebensgefahr im Deutschen Reich Widerstand gegen das Naziregime leisteten. Diese verschwindende Minderheit verk\u00f6rperte die immer wieder entt\u00e4uschten Hoffnungen auf ein anderes Deutschland. Die Hauptlast im Kampf gegen Nazi-Deutschland trug die Sowjetunion. Sie hatte den entscheidenden Anteil am Sieg. Die Ostfront war die Hauptfront des Zweiten Weltkrieges. Lange bevor endlich die zweite Front er\u00f6ffnet wurde, hatten sowjetische Soldat_innen den Feind vor Moskau gestoppt, in Stalingrad und im Kursker Bogen die Wende des Krieges erzwungen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der Preis f\u00fcr diese Leistung war hoch. \u00dcber elf Millionen sowjetische Soldat_innen lie\u00dfen daf\u00fcr an der Front ihr Leben. Mehr als 13 Millionen Zivilpersonen wurden get\u00f6tet oder starben unter den unmittelbaren Kriegseinwirkungen. Belorussland verlor ein Viertel seiner Einwohner_innen. In St\u00e4dten wie Leningrad, Smolensk oder Pskow \u00fcberlebten ein Drittel der Einwohner_innen die Kampfhandlungen nicht. Der deutsche Aggressor hinterlie\u00df eine Spur der \u201everbrannten Erde\u201c: 1.710 St\u00e4dte und 70.000 D\u00f6rfer, 31.800 Industriebetriebe, 13.000 Br\u00fccken und 65.000 Kilometer Eisenbahnnetz zerst\u00f6rt, gesprengt oder niedergebrannt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der Krieg war im April 1945 an seinen Ausgangspunkt zur\u00fcckgekehrt. In Berlin waren mit der \u201eMachtergreifung\u201c im Januar 1933 die Weichen f\u00fcr die \u201eNeuordnung Europas\u201c gestellt worden. Von hier aus wollte sich ein &#8222;Tausendj\u00e4hriges Reich&#8221; \u00fcber die versklavten V\u00f6lker erheben. Dem Terror nach innen folgte der Terror nach au\u00dfen. Die Revision des Versailler Vertrages war das Vorspiel zur Eroberung von \u201eLebensraum\u201c und Rohstoffquellen, die den planm\u00e4\u00dfigen V\u00f6lkermord einschloss. In Berlin befanden sich die Kommandozentralen des verbrecherischen Naziregimes.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Hier fielen die Entscheidungen f\u00fcr die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges, f\u00fcr den \u201eFall Barbarossa\u201c und den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion sowie zur \u201eEndl\u00f6sung der Judenfrage\u201c.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der 8. Mai 1945 markiert das Ende der nazistischen Diktatur. Mit ihm endeten die Durchhalteparolen und die Illusion vom \u201eEndsieg\u201c. Mit ihm endete auch die systematische Vernichtungspolitik der Nazis. F\u00fcr Millionen von KZ-H\u00e4ftlingen, Zwangsarbeiter_innen, Widerstandsk\u00e4mpfer_innen, Sinti und Roma, politischen Gegnern und sonstigen \u201eFeinden\u201c war die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung. W\u00e4hrend in der DDR der 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus gefeiert wurde, blieb er f\u00fcr die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft eher ein unbequemes Datum. Dort war er kein offizieller Gedenktag. Im Vordergrund stand die Erinnerung an \u201eFlucht und Vertreibung\u201c.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Obwohl das besiegte Deutschland bereits am Abend des 8. Mai 1945 gegen\u00fcber den Truppen der Sowjetunion kapitulierte, wurde die Siegesmeldung erst einige Stunden sp\u00e4ter, um 2.10 Uhr morgens \u00fcber Radio Moskau bekannt gegeben. Zusammen mit der Meldung von der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches erkl\u00e4rte das Pr\u00e4sidium des Obersten Sowjet den 9. Mai zum landesweiten arbeitsfreien Feiertag zu Ehren des Sieges \u00fcber Nazideutschland. Seitdem wird der 9. Mai in vielen L\u00e4ndern der ehemaligen Sowjetunion als \u201eTag des Sieges\u201c gefeiert.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bedingungslose Kapitulation Nazideutschlands, Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus und Tag des Sieges<br \/>\n\u00a0<br \/>\nAls in der Nacht vom 8. zum 9. 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